1 Million Seitenaufrufe in knapp drei Jahren

Es ist passiert. Ich bin Millionär –  zumindest was die Zahl der Aufrufe meiner Homepage angeht. Das jedenfalls behaupten die „WebAnalytics“ meines Providers 1&1. Seit ich meine Seite www.michaelkneffel.de Anfang 2010 startete, haben gut 330.000 Personen meinen Internetauftritt angesteuert und dabei im Durchschnitt etwas mehr als 3 Seiten angeklickt. Wollten im gesamten Monat Januar 2010 gerade mal 881 Personen meine Fotos sehen, sind es heute in der Regel über 500 am Tag. Tendenz: deutlich zunehmend. Gut 80% der Zugriffe erfolgen direkt, kommen also nicht über verweisende andere Seiten oder über Suchmaschinen. Die weitaus meisten meiner Besucher, nämlich 76%, kommen von einer Domain mit der Endung „.com“. Gesucht werden vor allem Bilder einzelner Künstlerinnen und Künstler.

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Titelbild für Roger Willemsen

Titelfoto Michael Kneffel

Aus den letzten Wochen gibt es viel zu berichten: über viele Theatertermine, erstaunliche Erfahrungen mit meiner neuen Kamera und alten Leica-Objektiven, schöne Entdeckungen an der Atlantikküste im Südwesten Frankreichs und – ganz frisch – ein Wochenende in Paris. Den Anfang macht heute der Hinweis auf ein Foto, das bei einem früheren Aufenthalt in dieser wunderbaren Stadt entstanden und seit einigen Wochen auf dem neuen Buch von Roger Willemsen zu sehen ist.

Als einziger Fotograf bei der Verleihung der Mülheimer Theaterpreise

Peter Handke und Dagmar Mühlenfeld (c) Michael Kneffel

Peter Handke und Dagmar Mühlenfeld (c) Michael Kneffel

Wenn ein berühmter Dramatiker einen angesehenen Theaterpreis erhält, ist das Interesse der Medien in der Regel groß, erst recht, wenn es sich um einen Mann handelt, dessen Werk nicht nur in den Feuilletons kontrovers diskutiert wird. Als Peter Handke gestern den Mülheimer Dramatikerpreis 2012 bekam, war alles anders. Die Veranstaltung fand vor kleinem Publikum statt. Bild- und Tonaufnahmen waren ausdrücklich untersagt. Ich war als einziger Fotograf zugelassen. Bei der Preisverleihung vor einem Jahr muss ein Kollege wenig dezent aufgetreten sein, und angesichts des berühmten Preisträgers in diesem Jahr, der sein Erscheinen tatsächlich zugesagt hatte, sollte jeder Eklat vermieden werden. Neben Peter Handke, der den Mülheimer Dramatikerpreis bekam für sein Theaterstück „Immer noch Sturm“, wurde Jens Raschke mit dem Mülheimer KinderStückePreis ausgezeichnet für „Schlafen Fische?“  und Philipp Löhle mit dem Publikumspreis für „Das Ding“. Als Laudatoren traten auf Bettina Storm vom Theater im Werftpark Kiel, Thomas Oberender, Leiter der Berliner Festspiele und Ingoh Brux, vom Nationaltheater Mannheim. Philipp Löhle las aus seinem Reisetagebuch „Ein Argloser in der Ukraine“ und der Schauspieler Jens Harzer las aus Handkes Roman „Die Wiederholung“. Überreicht wurden die Preise von der Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.

Weitere Fotos gibt es hier zu sehen: http://www.michaelkneffel.de/theater/theatertage/index.html

Joachim Król bei Filmpremiere in Essen in Hochstimmung – aber nur in der NRZ

Hochstimmung ohne Hauptdarsteller (c) Michael Kneffel

Hochstimmung ohne Hauptdarsteller (c) Michael Kneffel

Im Lokalteil der Essener NRZ wird heute über die rauschende Weltpremiere des Films „Ausgerechnet Sibirien“ berichtet, die am Vorabend in der Lichtburg gefeiert wurde. „…Auf dem roten Teppich an der Kettwiger Straße zeigten sich die Hauptdarsteller Joachim Król und Armin Rohde…Król war aber nicht nur der rauschenden Premiere wegen in Hochstimmung. Tags zuvor hatte er in Dortmund erst die Meisterschaft seines Lieblingsvereins Borussia Dortmund bejubelt…“

Schade nur, dass Joachim Król sich für den Abend wegen einer Erkrankung hatte entschuldigen lassen. Möge er schnell wieder genesen, schließlich steht heute noch die „richtige“ Premiere in Berlin an, und am Samstag wird er sicherlich der Borussia beim Pokalfinale im Berliner  Olympiastadion die Daumen drücken wollen.

Minu Barati und Armin Rohde (c) Michael Kneffel

Minu Barati und Armin Rohde (c) Michael Kneffel

Luna die blöde Kuh

In der Fernsehsendung „Menschen 2011“, dem Jahresrückblick des  ZDF wird ein Mädchen vorgestellt, das auf einem Bauernhof lebt, sich ein Pferd wünscht, aus finanziellen Gründen keins bekommt und schließlich beginnt, auf einer Milchkuh zu reiten und dieser Kuh namens Luna sogar beibringt, mit ihr über Hindernisse zu springen. Das Mädchen zeigt, dass aus einer vermeintlich blöden Kuh, einem anonymen „Nutztier“ ein wertvoller Spielkamerad mit beachtlichen Fähigkeiten und sogar eine gute Freundin werden kann. Und was macht die Redaktion der Sendung? Schenkt dem armen Mädchen ein Pferd, damit es nicht mehr auf einer Kuh reiten muß. Endlich was Richtiges!

Oh Herr, schmeiß Hirn auf diese Redaktion. Auch Kuh-Hirn dürfte eine enorme Verbesserung bringen.

Scroogle – finde ich gut!

Nein, stimmt gar nicht. Scroogle finde ich sogar supergut!!! Wird übrigens empfohlen von diversen Daten- und Verbraucherschutzorganisationen, außerdem vom Chaos Computer Club.

„Scroogle ist ein Webdienst, der als Proxy für Googles Suchfunktion fungiert. Scroogle schützt dabei die Privatsphäre der Suchenden durch das Verhindern der Erfassung von Nutzeraktivitäten. Insbesondere Googles Logging und langfristige Speicherung der Nutzeraktivitäten mittels Cookies oder IP-Adressen werden vermieden. Diese Daten ließen dem Konzern ansonsten die Möglichkeit, anhand der eingegebenen Suchbegriffe und die auf den Ergebnisseiten verfolgten Links Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Benutzers zu ziehen.“ (Wikipedia)

Oder einfacher: Scroogle leitet meine Suchanfrage auch an Google, baut aber vor und hinter der Datenkrake Filter ein, so dass meine Anfrage dort nicht gespeichert, zu einem Persönlichkeitsprofil zusammengestellt und an Werbetreibende oder sonst wen weitergegeben werden kann.

Scroogle läßt sich problemlos als Add On in Firefox einbinden. Die Anleitung dafür findet sich hier http://www.verbraucher-sicher-online.de/blog/scroogle-add-ons-fuer-den-firefox.

Wenn man Scroogle für die Suche benutzt, bekommt man nach meinen ersten Versuchen dieselben Ergebnisse wie bei Google – nur ohne Werbung und ohne Speicherung und Weiterverkauf der eigenen Daten wie bei der Datenkrake Google.

Viel Spaß beim scroogeln!

Herr Oppers und der Opportunismus

Am Montag nach der tödlichen Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg kritisiert Herr Oppers, Chefredakteur der NRZ, in seinem langen Kommentar die Verantwortlichen in Duisburg in den schärfsten Tönen. Seinen Ausführungen ist eigentlich wenig hinzuzufügen. Wer die Veranstaltung selbst erlebt oder die anschließende Berichterstattung verfolgt hat, wird ihm auch weitestgehend zustimmen wollen. Ich frage mich allerdings, warum in seiner Zeitung vorher keine kritischen oder mahnenden Worte zu lesen waren. Wo waren seine kritischen Journalisten im Vorfeld der Veranstaltung, als sich in Duisburg und in den einschlägigen Internetforen, auch in denen des WAZ-Konzerns, genau jene Mahner bereits artikulierten, die heute von Herrn Oppers zitiert werden? Noch am Samstagmorgen wurde in der NRZ die Duisburger Loveparade in den rosigsten Tönen beschrieben. Eine „Liebeserklärung“ an die Loveparade wurde gedruckt. Die mickrige Clubszene der Stadt wurde als „auferstanden aus Ruinen“ gefeiert. Alles war gut. Alles war toll.  Es gab auch keinen kritischen Rückblick auf die vorangegangen Paraden im Ruhrgebiet. Nach der Loveparade in Essen stießen alle – auch die NRZ – in dasselbe Horn.  Superveranstaltung! Wir sind die Größten! Essen ist der Nabel der Partywelt! Dass es allein durch Glasscherben über viertausend Verletzte gab, und dass – hinter der vorgehaltenen Hand – viele Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Rettungsorganisationen und Stadtverwaltung sagten: „Was haben wir für ein Riesenglück gehabt! Wenn irgendwo im Gedränge etwas Schlimmes passiert wäre, hätten wir keine Chance gehabt, helfend und kontrollierend einzugreifen,“ – in der NRZ war 2007 wie 2010  nichts davon zu lesen. Kritischer Journalismus sah und sieht anders aus. Damals wie heute.