Nostalgische Gefühle auf der Motorshow

Chevrolet 3100 © Michael Kneffel

Chevrolet 3100 © Michael Kneffel

Autos machen mich nicht an, schon gar nicht die aufgemotzten Exemplare, die vor einigen Tagen wieder auf der Essener Motorshow zu sehen waren. Mein eigenes Auto ist neun Jahre alt, und wenn ich mir aus der aktuellen weltweiten Autoproduktion ein neues aussuchen müßte, würde ich mich wahrscheinlich für den Daihatsu Trevis entscheiden. Als ich das neulich einem Porsche-Fahrer erzählte, sind ihm nur deshalb nicht die Gesichtszüge völlig entglitten, weil er gar nicht wusste, wovon ich überhaupt rede. Der kleine Trevis erinnert mich immer an die Autos, mit denen Donald Duck oder Daniel Düsentrieb in den Micky-Maus-Heften meiner Kindheit durch die Geschichten fuhren.

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Nostalgische Gefühle sind es dann auch gewesen, die mich in diesem Jahr erneut auf die besagte Motorshow getrieben haben, nachdem ich dort im letzten Jahr einige alte, rostige, mehr oder weniger verdreckte alte Karren entdeckt habe, die mich gefühlsmäßig Jahrzehnte zurück katapultiert und schöne Erinnerungen mobilisiert haben, z. B. an alte amerikanische Filme wie American Grafitti.

Für andere bekennende Nostalgiker folgen hier noch einige Fundstücke:

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Fundstück Motorshow © Michael Kneffel

Mehr Fotos von der Motorshow gibt es hier zu sehen: http://michaelkneffel.de/ruhrgebiet/altekarren/index.html.

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IS-Sklavenmarkt in Essen – eine neue Aktion von 12thMemoRise

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

12thMemoRise bereitet eine Aktion in Essen vor © Michael Kneffel

Zunächst bin ich ziemlich irritiert, als ich gestern nach einem Einkauf in der Essener Innenstadt über den Willy-Brandt-Platz Richtung Hauptbahnhof gehe. Jede Menge junge Männer mit schwarzen Bärten und schwarzer Kleidung, die sich in arabischer Sprache miteinander unterhalten und ziemlich aufgeregt wirken. Dazwischen drei in farbigen, mittelalterlich wirkenden Gewändern mit Ritterhelmen und Kettenhemden. Bei einigen entdecke ich Embleme auf den Jacken, die mich an die Zeichen des IS erinnern. Ich bleibe stehen und sehe am Rande des Platzes etwa ein Dutzend junge Frauen, die von Kopf bis Fuß verschleiert sind oder entsprechende Kleidungsstücke anlegen. Einige von ihnen halten Kreuze in den Händen? Was soll das werden? Ein Aufmarsch von Salafisten? Eine Protestaktion? Gegen wen oder gegen was?

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

junge Frauen vor ihrem Auftritt als Sklavinnen © Michael Kneffel

Eine Frau mit Migrationshintergrund, die auch stehen geblieben ist, sieht mich fragend an und empört sich schließlich: „Die dürfen alle nach Deutschland kommen und dann hier machen, was sie wollen.“ Inzwischen habe ich bemerkt, dass einer der schwarzen Bärte falsch ist. Ich versuche die Frau zu beruhigen, indem ich sie darauf hinweise und ihr sage, dass es sich wahrscheinlich um eine Theateraktion handelt. Sie bleibt skeptisch und beobachtet die Szene weiter mit zusammengekniffenen Augen.

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

manche der Bärte sind falsch © Michael Kneffel

Am Ende des Platzes vor dem Kaufhof-Abgang wird aus mehreren Bierzelttischen eine Bühne gebaut und mit Teppichen belegt. Mehrere Ordner versuchen, mit einer blauen Leine eine rechteckige Fläche abzusperren, auf der sich allmählich die Schwarzgekleideten in Reihen formieren. Inzwischen habe ich erfahren, dass hier ein Sklavenmarkt des IS inszeniert werden soll.

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

12thMemoRise auf dem Willy-Barandt-Platz © Michael Kneffel

Junge Muslime, die sich unter dem Namen 12thMemoRise zusammengeschlossen haben, wollen die Versteigerung junger islamischer und christlicher Frauen nachstellen. Sie wollen an den Terror des IS erinnern und gleichzeitig die Lebensbedingungen in den Ländern verdeutlichen, aus denen gegenwärtig Zehntausende nach Deutschland fliehen. Ein junger Mann sagt mir, dass er auch gegen die Auftritte von Salafisten protestiert, die in Essen regelmaeßig den Koran verteilen.

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

IS-Sklavenmarkt in Essen © Michael Kneffel

Von außerhalb der Absperrung verfolgen etwa zwei – bis dreihundert Menschen die Vorbereitungen auf dem Platz, die gespielte Versteigerung der Sklavinnen und schließlich die flammenden Appelle des Auktionators, der das Spiel abbricht und erklärt, worum es den jungen Akteuren geht. Die große Mehrheit der Zuschauer besitzt offensichtlich selbst einen Migrationshintergrund. Von den alteingesessenen Essener Bürgern, die über den Platz gehen, bleiben nur wenige stehen.

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Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer bei der Ruhrtriennale – „eine Sternstunde des Liedgesangs“

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

In seiner Kritik in der heutigen NRZ beschreibt Pedro Obiera das Konzert der Sopanistin Anna Lucia Richter und ihres Begleiters am Flügel Nicholas Rimmer als „eine Sternstunde des Liedgesangs“. Diesem Urteil kann ich mich voll und ganz anschließen. Was beide Künstler am Montagabend im Maschinenhaus der Essener Zeche Carl dem Publikum boten, war ein Konzertgenuss der besonderen Art. Lieder von Franz Schubert, Hugo Wolf und Richard Strauss standen auf dem Programm, dazu der Zyklus“ Ophelia Sings“, den Wolfgang Rihm eigens für die junge Sängerin geschrieben hat.  Anna Lucia Richter singt diese Lieder nicht nur hervorragend, sondern läßt sie mit großer Präsenz und Expressivität lebendig werden.

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Anna Lucia Richter und Nicholas Rimmer © Michael Kneffel

Weitere Fotos gibt es auf meiner Homepage zu sehen.

 

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Edin Karamazov bei der Ruhrtriennale

Edin Karamazov bei der Ruhrtriennale 2014 in Essen © Michael Kneffel

Edin Karamazov bei der Ruhrtriennale 2014 in Essen © Michael Kneffel

Fotografen haben es nicht immer leicht und bestätigen sich diese Tatsache – wie die meisten anderen Berufsgruppen auch – gern und oft gegenseitig, wenn sie irgendwo zusammentreffen. Mitunter genießen Fotografen aber auch unglaubliche Privilegien, z. B. das, mit einem wunderbaren Musiker wie Edin Karamasov eine halbe Stunde lang nahezu allein im Saal zu sein, während er sich für das anschließende Konzert einspielt. So geschehen gestern am frühen Abend im Maschinenhaus der Zeche Carl in Essen, wo Edin Karamasov später im Rahmen der Ruhrtriennale mit italienischer, deutscher und französischer Lautenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts auftreten sollte. Mein Staunen vor seiner Virtuosität und Präzision will schon nach wenigen Minuten in einen tranceähnlichen Zustand umschlagen, in dem ich nur immer weiter zuhören möchte, und ich muss mich fast zwingen, auch noch einige Fotos zu machen. Das Konzert wird ein großer Erfolg, und als der letzte Zuschauer gegangen ist, packt ein großer Musiker und sehr sympathischer Mensch seine Instrumente und seinen Notenständer zusammen und verlässt den Saal, wie er gekommen ist: ganz bescheiden.

Edin Karamazov bei der Ruhrtriennale 2014 in Essen © Michael Kneffel

Edin Karamazov bei der Ruhrtriennale 2014 in Essen © Michael Kneffel

Mehr Fotos vom Abend gibt es hier auf meiner Homepage.

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„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang – Der Meister war anwesend.

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Tobia Bezzola und Karl Lagerfeld © Michael Kneffel

Tobia Bezzola und Karl Lagerfeld © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Karl Lagerfeld im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Pariser Glanz in Essen – Eröffnung der Ausstellung „Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Fokwang. Der Meister wird anwesend sein.

Heute Abend wird Pariser Glanz auf Essen fallen, wenn im Museum Folkwang die Ausstellung „Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ eröffnet werden wird. Der Meister wird anwesend sein. Für die Presse waren die Ausstellungsräume bereits am Nachmittag kurz geöffnet.

in wenigen Stunden kommt der Meister selbst © Michael Kneffel

in wenigen Stunden kommt der Meister selbst © Michael Kneffel

letzte Beschriftungskärtchen werden ausgerichte © Michael Kneffel

letzte Beschriftungskärtchen werden ausgerichtet © Michael Kneffel

jedes Fotos wird einzeln abfotografiert © Michael Kneffel

jedes Fotos wird einzeln abfotografiert © Michael Kneffel

...und auf rasanten Kamerafahrten gefilmt © Michael Kneffel

…und auf rasanten Kamerafahrten gefilmt © Michael Kneffel

und natürlich werden auch die Tischtücher noch mal gebügelt © Michael Kneffel

und natürlich werden auch die Tischtücher noch mal gebügelt © Michael Kneffel

"Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze" im Museum Folkwang © Michael Kneffel

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang © Michael Kneffel

"Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze" im Museum Folkwang © Michael Kneffel

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang © Michael Kneffel

"Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze" im Museum Folkwang © Michael Kneffel

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang © Michael Kneffel

"Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze" im Museum Folkwang © Michael Kneffel

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang © Michael Kneffel

"Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze" im Museum Folkwang © Michael Kneffel

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ im Museum Folkwang © Michael Kneffel

Gut drauf beim 2. Essener Firmenlauf

Teilnehmer am 2. Essener Firmenlauf (c) Michael Kneffel

Teilnehmer am 2. Essener Firmenlauf (c) Michael Kneffel

Laufen macht gute Laune. In der Gruppe noch mehr. Und wenn die Gruppe mehr als 5600 Mitglieder hat, ganz besonders. Jedenfalls habe ich gestern beim 2. Essener Firmenlauf ganz überwiegend fröhliche Menschen gesehen. Wer möchte, kann sich von der guten Stimmung überzeugen. Ich habe 50 Fotos auf meine Homepage gestellt: http://www.michaelkneffel.de/ruhrgebiet/firmenlauf/index.html

Deutschlandfan

Deutschlandfan (c) Michael Kneffel

Deutschlandfan (c) Michael Kneffel

Fußballeuropameisterschaft 2012. Deutschlandfahnen überall. Aber so viele auf engstem Raum und in Kombination mit der türkischen Fahne sind selten. Am Rande des 2. Essener Firmenlaufs machte gestern ein Radfahrer kein Geheimnis daraus, wofür sein Herz schlägt.

Zweite Essener Bildungskonferenz – Als meine Bilder laufen lernten

Knappe 90 Jahre nach der ersten Aufführung eines Tonfilms haben auch bei mir die Bilder laufen und sprechen gelernt. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich. Auch wenn noch einiges ruckelt und wackelt… das ist der Weg.

Mit dem Rad von Essen nach Südfrankreich – Tag 17

17. Tag, Dienstag, 24.05.2011, Biganos – Essen, 5:30 – 20:30 Uhr

Um 5:30 Uhr schiebe ich mein Rad zum Bahnhof. Alles, was ich nicht mehr brauche, wie Sonnencreme, Insektenspray usw., lasse ich im Hotel, um Gewicht zu sparen. Zu meiner Überraschung herrscht auf dem Bahnsteig Hochbetrieb. Neben vielen Pendlern wartet schon eine ganze Schulklasse, begleitet von den Eltern, auf den Regionalzug nach Bordeaux. Ohne Mühe bekomme ich das Rad in den Wagen, der durch ein winziges Fahrradsymbol neben der Tür gekennzeichnet ist.

In Bordeaux habe ich 16 Minuten für den Umstieg. Wie es scheint, sind alle anderen Bahnsteige leicht über eine lange Rampe zu erreichen, nur nicht der Bahnsteig 1, auf dem mein TGV abfahren wird. Ich habe die Wahl zwischen einer steilen Treppe und einer ebenso steilen Rolltreppe, entscheide mich für die Rolltreppe, kann nach wenigen Metern das Rad nicht mehr halten, falle rückwärts die Treppe hinunter, bin sofort wieder auf den Beinen, fühle mich eine Weile wie ein Hamster im Laufrad, komme nicht von der Stelle, da mein Rad immer wieder die Stufen hinunter rollt, bis eine junge Frau von hinten meine Rad festhält und ich mich endlich samt Rad aufwärts bewege. Zum Glück ist hinter mir niemand zu Schaden gekommen. Ich bin etwas zerkratzt und habe ein Loch im Hosenbein, als ich auf dem Bahnsteig ankomme. Das Radabteil ist wieder im Wagen 11 hinter dem Triebwagen untergebracht. Mit letzter Kraft und schließlich sogar auf den Knien wuchte ich das Rad die Stufen hoch in den Wagen. Im Eingangsbereich steht ein kräftiger Mann Mitte 30, der mir freundlich lächelnd zusieht, aber keine Hand rührt. „Was für ein Riesenarschloch“, sage ich laut und vernehmlich, als ich auch noch die beiden Stufen in´s Abteil geschafft habe und mein Rad befestige. Die gut dreistündige Fahrt nach Paris zum Bahnhof Montparnasse verläuft ruhig. Mir ist kalt, die Gedärme halten still, ich traue mich nicht, irgendetwas zu essen oder zu trinken. Mitunter fahren wir durch Gebiete, durch die ich Tage zuvor geradelt bin. Beim Aussteigen sehe ich den Mann wieder, der mir nicht geholfen hat, diesmal mit einem Blindenhund.

Für die Fahrt zur Gare de l´Est, wo mein nächster Zug um 11:24 abfahren wird, habe ich zum Glück fast zwei Stunden. Außerhalb des Bahnhofs empfangen mich ein lausiger Wind und ein gewaltiges Verkehrschaos. Paris ersäuft im Autoverkehr. Immer wieder muss ich meine eigentliche Richtung aufgeben und Haken schlagen, weil nichts mehr voran geht und ich selbst mit dem Rad nicht durch komme. Meine Beine sind wie Pudding, für den Weg durch die Stadt brauche ich fast eine Stunde und bin froh, als ich endlich frierend und klapprig den Bahnhof erreiche.

In den TGV nach Karlsruhe komme ich mit der Hilfe eines Mitreisenden problemlos. Der Zug ist nahezu ausgebucht, und ein Mann, der, wie ich später feststelle, bei der französischen Bahngesellschaft beschäftigt ist, macht mich an, weil ich mit meinem Rad nach seiner Meinung zu viel Platz beanspruche. Der Zugbegleiter hat dagegen nichts zu beanstanden, daraufhin lässt der achtsame Bahnmitarbeiter von mir ab und konzentriert sich mit seinem Kollegen in den folgenden zweieinhalb Stunden ganz darauf, Sitze und Fußboden mit Essensresten und Verpackungsmüll voll zu sauen. In Straßburg leert sich der TGV fast völlig aus.

Auf dem Bahnhof in Karlsruhe, wo es einen geräumigen Aufzug auf jedem Bahnsteig gibt, habe ich viel Zeit für den Umstieg in den Euro-City, der mich nach Essen bringen wird. Es ist so warm wie in Arcachon, und unter dem Glasdach veranstalten tatsächlich einige Grillen ihr lautes Konzert. In den Minuten vor Abfahrt meines Zuges füllt sich der Bahnsteig enorm. Es tauchen weitere Radtouristen mit vollbepackten Rädern auf, und mir wird etwas mulmig, weil ich nicht weiß, wie viel Platz für Fahrräder der Zug bietet. Es passen aber alle problemlos in den dafür gedachten Wagen, der nur zu zwei Dritteln wie ein Großraumwagen bestuhlt ist und im restlichen Drittel Befestigungsmöglichkeiten für Räder und Rollstühle bietet. Da ich nicht mehr umsteigen muss, traue ich mich, eine Salzbrezel zu essen und eine Fanta zu trinken. Alles bleibt drin, und ich kann die Fahrt durch das Rheintal genießen.

Pünktlich um 19:57 Uhr komme ich in Essen an. Regine erwartet mich und hilft mir beim Aussteigen. Zu Hause angekommen friere ich wieder, lege mich kurz in die heiße Badewanne, falle danach in´s Bett und schlafe, unterbrochen durch ein gemeinsames Frühstück, bis zum nächsten Mittag durch. Zwei Tage lang, in denen ich mehr Gewicht verliere als auf der gesamten Radtour, hat mich noch der Darmvirus im Griff. Ich bin heilfroh, dass ich diese Tage nicht in meinem Zelt in Biganos verbringen muss.