Kein Budget? Keine Fotos!

Neulich erhielt ich eine Anfrage, die ich etwas gekürzt und anonymisiert hier wiedergebe:

„Sehr geehrter Herr Kneffel, die Presse-Abteilung der … hat mir Ihre mail-Adresse übermittelt, da ich gerne zwei Ihrer Fotos für eine wissenschaftliche
Aufsatzpublikation verwenden würde. Ich habe die Bild-Motive … in
einer geringen Auflösung sozusagen „aus dem Netz gefischt“ und schicke sie
im Anhang, damit Sie wissen, um welche es sich handelt.
Es handelt sich bei der Veröffentlichung um einen Text zu …. Der Sammelband zu … wird in der Schriftenreihe der (Name einer Hochschule) … herausgegeben und
ist – wie fast alle wissenschaftlichen Publikationen – ein now-budget-Band,
weshalb wir auf einen kostenfreie Genehmigung der Abbildungen
(selbstverständlich unter copyright-Nennung) angewiesen sind.
Würden Sie mir freundlicherweise einen Abdruck der beiden Motive kostenfrei
gestatten und mir die Bilder in druckfähiger Auflösung zukommen lassen?
Über Ihr Entgegenkommen würde ich mich sehr freuen und verbleibe mit
herzlichem Dank und freundlichen Grüßen, …“

Solche Anfragen erreichen mich immer wieder, und ich frage mich dann, ob die Absender morgens auch zu ihrem Bäcker gehen und ihm sagen: „Ihre Brötchen mag ich am liebsten. Bitte packen Sie mir vier Stück ein. Zahlen kann ich aber nichts. Ich habe nämlich kein Budget für Brötchen.“

Früher habe ich auf solche Anfragen noch freundlich und ausführlich geantwortet, habe dargelegt, wieviel Zeit und Aufwand die Produktion der Fotos gekostet hat. Heute würde ich am liebsten gar nicht mehr auf so etwas reagieren, merke dann aber, dass mir meine Erziehung im Wege steht. In Zukunft werde ich deshalb folgenden Weg wählen: Statt mich auf zum Teil sehr seltsame und unerfreuliche Diskussionen einzulassen oder gar nicht zu antworten, werde ich auf diesen Blog-Beitrag verlinken, dessen Botschaften lauten:

Kein Budget? Kein Foto!

Kein Budget? Kein Foto!

  • Mein Geschäftsmodell basiert darauf, dass ich für meine Arbeit und die Produkte meiner Arbeit bezahlt werde.
  • Einen korrekten Bildurhebernachweis im Falle einer Bildveröffentlichung betrachte ich nicht als ausreichendes Honorar, sondern als Selbstverständlichkeit, die obendrein im Urheberrecht eindeutig geregelt ist.
  • Dass möglicherweise andere Fotografen ihre Bilder für dieselbe Publikation honorarfrei zur Verfügung stellen, überzeugt mich auch nicht. Schade, wenn andere an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen, und ihre Arbeit immer weiter selbst entwerten.

Mein Foto der Woche – La Sociologie est un sport de combat

Die Soziologie ist ein Kampfsport. Würde das heute noch jemand in Deutschland vor den Eingang eines Universitätsgebäudes sprühen? Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. In Paris scheint diese Einstellung noch zu leben. Gesehen letzte Woche vor der Sorbonne. Auch dafür liebe ich Frankreich.

vor der Sorbonne im Oktober 2016 © Michael Kneffel

vor der Sorbonne im Oktober 2016 © Michael Kneffel

Mein Foto der Woche – Bonbonfarben am Hafen von Nizza

Im August kann Nizza schon anstrengend sein, voll, laut, grell, heiß. Aber dann entschädigen immer wieder die unfassbar vielen Ockertöne, in denen die Fassaden der Altstadthäuser gestrichen sind. Und da Nizza auch die Stadt der Süßigkeiten ist, darf es auch schon mal ins Bonbonfarbene gehen, wie hier am Hafen.

Bonbonfarben am Hafen von Nizza © Michael Kneffel

Bonbonfarben am Hafen von Nizza © Michael Kneffel

How Love Could Be – Bochums neues Leuchtzeichen

Lichtinstallation von Tim Etchells am Deutschen Bergbau Museum in Bochum © Michael Kneffel

Lichtinstallation von Tim Etchells am Deutschen Bergbau Museum in Bochum © Michael Kneffel

Bochum hat ein neues Leuchtzeichen. Seit Samstag strahlt die Lichtinstallation HOW LOVE COULD BE des englischen Künstlers Tim Etchells vom Fördergerüst des Deutschen Bergbau Museums. Die Installation ist Bestandteil des Detroit Projekts, eines internationalen Stadt- und Kulturfestivals in Bochum mit Partnern aus Deutschland, Großbritannien, Polen, Spanien und den USA, das gemeinsam vom Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr veranstaltet wird.

Dass die Eröffnung des Sommerfestivals und die Premiere der Lichtinstallation bei Regen statt fand, tat der guten Stimmung auf der Wiese vor dem Bergbau Museum keinen Abbruch. Eine Fotogalerie von der Veranstaltung gibt es hier auf meiner Homepage zu sehen.

Lichtinstallation von Tim Etchells am Deutschen Bergbau Museum in Bochum © Michael Kneffel

Lichtinstallation von Tim Etchells am Deutschen Bergbau Museum in Bochum © Michael Kneffel

 

Ruhr Games 2015

Im Sommer 2015 wird das Ruhrgebiet Austragungsort eines großen europäischen Jugend-, Kultur- und Sportfestivals werden: der „Ruhr Games 2015“. Mich erinnert die Ankündigung an die großartigen  „World Games“, die im Sommer 2005 in Duisburg stattgefunden haben. Neben vielen ausgefallenen Sportarten  sind mir besonders die Abende auf der „World Games Plaza“ am Wedau Stadion in guter Erinnerung geblieben. Zur Unterhaltung der internationallen Gäste waren u. a. Duisburger Jungs aus der Nachbarschaft angetreten, die in den Zelten ihre Breakdance-Künste vorführten. Großes Kino!

Duisburger Jungs bei den World Games 2005 in Duisburg © Michael Kneffel

Duisburger Jungs bei den World Games 2005 in Duisburg © Michael Kneffel

Mein Foto der Woche – Die Fontaine des Fleuves auf der Place de la Concorde

Fontaine des Fleuves auf der Place de la Concorde © Michael Kneffel

Fontaine des Fleuves auf der Place de la Concorde © Michael Kneffel

Und noch ein Foto aus Paris im letzten Oktober. Drei Tage Aufenthalt, wochenlang schöne Erinnerungen. So ist Paris.