KA300. Karlsruhe feiert Geburtstag und startet mit einer grandiosen Show am Schloss

Karlsruhe begeht in diesen Jahr den 300. Geburtstag und ist am Samstag mit einer spaktakulären Eröffnungsshow in den Festivalsommer gestartet. Ich bin schon seit Dienstag in der Stadt, um die Veranstaltungen der ersten Festivalwoche zu fotografieren und war schon vor dem Samstag schwer beeindruckt von Umfang, Vielfalt und Qualität des Festivalprogramms, das jeder offiziellen Europäischen Kulturhauptstadt Ehre machen würde. Diese Show aber hat mich begeistert. Die gesamte Schlossfassade wurde zur Projektionsfläche, auf der Ereignisse und Persönlichkeiten der Stadtgeschichte erschienen. Davor traten in schneller Folge und mit einer enormen Dynamik Sänger, Tänzer und Chöre aus Karlsruhe auf, zu einer wuchtigen Musik, die körperlich spürbar war. Ein Fest für alle Sinne. Gratulation an Karlsruhe, zum Geburtstag und zu diesem Event. Wirklich Weltklasse!

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

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Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnugsshow KA300 © Michael Kneffel

Eröffnungsshow KA300 © Michael Kneffel

Frech, bunt, fröhlich – Moving Borders bei der internationalen tanzmesse nrw 2014

Moving Borders © Michael Kneffel

Moving Borders © Michael Kneffel

Darf Tanz dem Publikum Spaß machen? Die vier Tänzer von Moving Borders aus Mexiko sind offenkundig dieser Meinung. Mit dem Stück „Nosotros“ von Jaciel Neri brachten sie am Freitagabend das Tanzmesse-Publikum mehr als einmal zum Lachen und bekamen am Ende für ihren Auftritt tosenden Beifall. Mal tobten sie als Machos einer Streetgang, mal im Kung-Fu-Stil und dann wieder als Freistilringer im mexikanischen Lucha-Libre-Outfit über die Bühne. Manchmal auch darüber hinaus.

Moving Borders © Michael Kneffel

Moving Borders © Michael Kneffel

Im letzten Teil des Stücks bewiesen sie dann vorsichtshalber, dass sie es auch ruhig und gefühlvoll können. Wär gar nicht nötig gewesen. Denn da gehörten sie längst zu den Publikumslieblingen der diesjährigen Tanzmesse.

Moving Borders © Michael Kneffel

Moving Borders © Michael Kneffel

Mehr Fotos gibt es auf meiner Homepage.

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Internationale Tanzmesse NRW in Düsseldorf – Das Publikum wird zum Auftakt auf die Probe gestellt

Am letzten Mittwoch hat die 10. internationale tanzmesse nrw in Düsseldorf ihre Pforten geöffnet. Seit ihrem legendären Beginn vor zwanzig Jahren auf dem Gelände und in den Gebäuden der damals noch nicht renovierten Zeche Zollverein in Essen hat sich diese Veranstaltung zu einem Pflichttermin für die internationale Tanzszene entwickelt, als Branchentreff und als Schaufenster für Produktionen, die neue Aufführungsorte suchen. Das dichte Programm und die gewaltige stilistische Bandbreite der aufgeführten Produktionen verlangt schon immer viel Disziplin, Ausdauer und Offenheit von Besuchern und Zuschauern. In diesem Jahr scheinen einige Choreographen und Kompagnien ihr Publikum zusätzlich auf die Probe stellen zu wollen.

Ballet Preljocaj © Michael Kneffel

Ballet Preljocaj © Michael Kneffel

Eröffnet wurde die Tannzmesse durch das französische Ballet Preljocaj mit dem Zyklus „Empty Moves (parts I, II, & III)„. 100 Minuten lang bewegen sich vier Tänzerinnen und Tänzer nahezu ohne Pause und mit enormer Synchronität zur Originalaufnahme einer „Lesung“ von Jon Cage  durch alle möglichen Facetten des Tanzes. Während ich tief beeindruckt bin von ihrer physischen und kognitiven Leistung, frage ich mich mit zunehmender Dauer, ob ich als Zuschauer Teil einer Versuchsanordnung bin. Im Soundtrack zum Stück spricht John Cage mit großer Monotie sinnlose Silben und künstliche „Wörter“ ins Mikrofon. Nach und nach machen sich die Zuhörer bemerkbar, lachen, protestieren und übernehmen schließlich die Regie und die akustische Hohheit über die „Lesung“. Ist es das, was das Ballet Preljocaj beabsichtigt? Einen Aufstand der Zuschauer? Im Düsseldorfer Capitol Theater bleibt es ruhig. Einige wenige verlassen vorzeitig den Saal. Die Mehrheit spendet kräftig Beifall. Nur in den Gesprächen danach ist nicht selten von „Provokation“ und „Zumutung“ die Rede.

Ballet National de Marseille © Michael Kneffel

Ballet National de Marseille © Michael Kneffel

Im folgenden Stück „Élégie“ von Olivier Dubois stellt das Ballet National de Marseille das Publikum auf eine andere Probe. In einem schwarzen Bühnenkasten, hinter künstlichen Neblschwaden bewegen sich die Akteure überwiegend unter Lichtquellen, die nicht mehr Sicht erlauben als eine brennende Kerze. Dass bis auf eine Person alle anderen in schwarzen Ganzkörperkostümen agieren, erhöht die Sichtbarkeit auch nicht gerade. Dazu kommt eine phasenweise ohrenbetäubende Musik. Tanz an der untersten Grenze der Wahrnehmbarkeit.

Ich bin gespannt, was die nächsten Tage noch bringen werden.

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Tanz die Sardine! – Karnevalsüberraschungen in Dünkirchen

Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

Wer bei „Karneval“ und „Strand“ nur an Rio denkt, kennt Dünkirchen nicht. Eine Stadt voller Überraschungen. Jedenfalls für uns, die wir nach einem interessanten Samstag im belgischen Ypern das Wochenende an der Küste Nordfrankreichs ausklingen lassen wollten. Erste Überraschung – für die Dünkirchen natürlich nicht verantwortlich war: 9. März und bei strahlendem Sonnenschein Temperaturen wie im Sommer. Über 20 Grad! Zweite Überraschung: Das neue Museum, das FRAC Nord-Pas de Calais, das uns angelockt hatte, öffnete am Sonntag erst am Nachmittag, um 14 Uhr.

das neue Museum FRAC Nord-Pas de Calais im Hafen von Dünkirchen Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

das neue Museum FRAC Nord-Pas de Calais im Hafen von Dünkirchen © Michael Kneffel

Als wir vormittags am Museum ankamen, war dort und in der gesamten Hafengegend kaum ein Mensch zu sehen. Obwohl das neue Museum für zeitgenössische Kunst schon im November letzten Jahres eröffnet worden war, wirkte es noch irgendwie unfertig, mitten in einem großen städtebaulichen Entwicklungsgebiet. Große und offensichtlich sehr interessante Dinge waren hier im Gange, keine Frage – nur nicht am Sonntagvormittag.

Bis 14 Uhr war noch reichlich Zeit, also machten wir uns auf, zurück in die Innenstadt. Dritte Überraschung: Auch die Innenstadt wirkte nahezu ausgestorben. Nur geglegentlich sahen wir irritierender Weise Menschen in Karnevalskostümen Richtung Strandpromenade laufen. Eine halbe Woche nach Aschermittwoch! Sehr katholisch wirkte Dünkirchen nicht auf uns. Oder stimmt es tatsächlich, dass die Ch´tis im Norden Frankreichs in allem etwas zurück hängen?

Museumsschiffe im Zentrum der Stadt © Michael Kneffel

Museumsschiffe im menschenleeren Zentrum der Stadt © Michael Kneffel

Nach einem kleinen Rundgang um den Innenhafen wurden wir doch neugierig und steuerten ebenfalls auf die Strandpromenade der Stadt im Stadtteil Malo zu. Vierte Überraschung unterwegs: In aller Ruhe schwamm ein Seehund vor einer Rampe im Hafen und wartete anscheinend darauf, dass sich die wenigen Schaulustigen wieder aus dem Staub machen.

Seehund im Innenhafen Dünkirchens  © Michael Kneffel

Seehund im Innenhafen Dünkirchens © Michael Kneffel

Gelegentlich vorbeiziehende Einheimische in ihren seltsamen Kostümen ignorierten das Tier völlig. Der Seehund schien hier nicht zum ersten Mal Siesta zu halten. Je näher wir dem Stadtteil Malo kamen, desto dichter wurde der Verkehr. Jeder freie Quadratmeter war zugeparkt und immer mehr Menschen strebten dem Strand zu. Die allermeisten von ihnen äußerst gut gelaunt und ziemlich schräg kostümiert. Unrasierte, heftig geschminkte Männer in schrillen Frauenkleidern dominierten die Szene.

wilde Kerle beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

wilde Kerle beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

Verspäteter Karneval oder vorgezogener Christopher Street Day? Daneben viele schwarze Männer in Baströckchen mit langen Fasanenfedern am Kopf. Political correct sah das nicht aus. Schien aber niemanden zu stören. Der Geräuschpegel stieg rapide mit der Nähe zum Wasser. Eine Musik zwischen Samba, Balkan-Brass und niederländischen Fan-Gesängen beim Eisschnelllauf.

schwarze Männer beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

schwarze Männer beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

In den Brasserien und Bars an der Promenade war kein Stuhl mehr frei. Ausgelassene Stimmung und ohrenbetäubender Lärm drinnen.

gute Stimmung und Höllenlärm in den Brasserien © Michael Kneffel

gute Stimmung und Höllenlärm in den Brasserien © Michael Kneffel

Vor den Restaurants elaborierte Choreografien und eindrucksvolle Sprechgesänge. Einer Gruppe war es besonders wichtig, möglichst x-beinig mit dem Hintern zu wackeln. Danach das Kommando: Tanz die Sardine! Pogo-ähnlich sprang und tanzte die Gruppe auf möglichst engem Raum vor den Restaurantfenstern herum. Hier waren keine Anfänger am Werk!

erst mit dem Hintern wackeln, dann der Sardinen-Tanz © Michael Kneffel

erst mit dem Hintern wackeln, dann der Sardinen-Tanz © Michael Kneffel

So derb und wild viele Gestalten auch aussahen, so fröhlich und friedlich war die Veranstaltung. Alle schienen viel Spaß an sich und an den anderen zu haben. Wer eine Pause brauchte, ging an den Strand und machte es sich im Sand bequem.

Karneval am Strand in Dünkirchen © Michael Kneffel

Karneval am Strand in Dünkirchen © Michael Kneffel

Wollten wir nicht ins Museum? Welches Museum? Vielleicht beim nächsten Mal. Denn das war garantiert nicht unser letzter Besuch in Dünkirchen.

Karneval am Strand in Dünkirchen © Michael Kneffel

Karneval am Strand in Dünkirchen © Michael Kneffel

Als wir am Nachmittag aufbrachen, hatte der offizielle Festumzug noch nicht einmal begonnen. Was wir erlebt haben, war erst das Aufwärmen.

wilde Kerle beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

wilde Kerle beim Karneval in Dünkirchen © Michael Kneffel

 

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Tanz im Regen – auf der Halde Haniel bei der Ruhrtriennale

Um 19 Uhr sollen am Samstagabend die Busse mit den Zuschauern auf die Bottroper Halde Haniel hoch fahren, wo eine Stunde später das Tanzstück „Levée de conflits“ vom Musée de la dance unter Boris Charmatz aufgeführt werden soll. Ich sehe viele erwartungsfrohe Gesichter und eine Menge Picknick-Körbe. Kurz vor dem Abfahrtstermin kommt aber ein „Stop!“ der Veranstaltungsleitung. Am Nachmittag hatte es kräftig geregnet, der Wetterbericht für den Abend sagt weiteren Niederschlag voraus und auch jetzt tröpfelt es leicht vor sich hin. Die ersten Regenschirme werden aufgespannt. Oben auf der Halde ist die Tanzfläche, ein Rasenstück, völlig durchnässt, und damit stellt sich die Frage, ob das Tanzen darauf  für die Tänzerinnen und Tänzer nicht viel zu gefährlich ist. Kurz nach 19 Uhr kommt dann doch das „ok“. Oben werden die Zuschauer und Zuschauerinnen von leichtem Regen empfangen. Dünne Regencapes werden verteilt und übergezogen. Ich mache mich sofort auf den Weg zu den „Totems“ von Agustin Ibarrola, um von oben das Geschehen auf der Halde und im Amphitheater zu fotografieren. Im letzten Jahr standen und saßen hier viele Menschen und genossen am Ende eines heißen Sommertages den Blick über das halbe Ruhrgebiet und das Ruhrtriennale-Konzert „Boredoms“ in einer fast magischen Atmosphäre. Heute verirrt sich kaum jemand hierher. Der Weg ist zu glatt und zu matschig, der Blick reicht nicht weit über den Haldenrand. Ein einsamer Zuschauer sitzt auf einem der Pfähle. Als die Vorstellung beginnt, hat der Regen aufgehört. Aber nur für kurze Phasen. Fünfzehn Minuten vor Schluss scheinen sich dann alle Schleusen zu öffnen. Ich weiß kaum noch, wie ich die Kameras trocken halten soll. Kurz vor dem Schlussapplaus mache ich mich schon wieder auf den Weg nach unten. An Fotografieren ist jetzt nicht mehr zu denken. Das Publikum ist begeistert und voller Hochachtung für die Leistung und den Durchhaltewillen der Tänzerinnen und Tänzer. Innerhalb kürzester Zeit füllen sich die Busse wieder, und die Luftfeuchtigkeit steuert schnell auf die 100%-Marke zu. Der Begeisterung der Mitfahrenden tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil.

Warten auf das "ok" © Michael Kneffel

Warten auf das „ok“ © Michael Kneffel

auf dem Weg ins Amphitheater  © Michael Kneffel

auf dem Weg ins Amphitheater © Michael Kneffel

das Amphiteater füllt sich © Michael Kneffel

das Amphitheater füllt sich © Michael Kneffel

fast schon gewohnte Premierenkleidung im Ruhrgebiet © Michael Kneffel

fast schon gewohnte Premierenkleidung im Ruhrgebiet © Michael Kneffel

ein Moment ohne Regen  © Michael Kneffel

ein Moment ohne Regen © Michael Kneffel

einsamer Zuschauer © Michael Kneffel

Pfahlsitzen für den Tanz © Michael Kneffel

der Regen wird heftiger  © Michael Kneffel

der Regen wird heftiger © Michael Kneffel

Schlussapplaus im strömenden Regen  © Michael Kneffel

Schlussapplaus im strömenden Regen © Michael Kneffel