Kulturpressekonferenz

leere Stühle © Michael Kneffel

Kulturpressekonferenz © Michael Kneffel

Bei Pressekonferenzen im Kulturbereich wundere ich mich immer wieder, wie selten Fragen gestellt werden. Oft sind die Räume prall gefüllt. Die Veranstalter tragen mitunter stundenlang vor. Mir, dem Fotografen, kommt manches fragwürdig vor. Aber dann kommt aus dem Auditorium – nichts. Nicht eine einzige Frage. Als wären alle Stühle im Raum unbesetzt.

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Ausstellungseröffnung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel

2014 jährt sich der Beginn des 1. Weltkriegs zum 100. Mal. Schon vor Monaten haben die Medien ein Gedenkfeuerwerk gezündet. Seit gestern präsentieren auch das LVR-Industriemuseum und das Ruhr Museum in der ehemaligen Mischanlage der Essener Kokerei Zollverein ihre gemeinsame Ausstellung mit dem Titel „1914  Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“. Wie bei der im Ruhrgebiet unvergessenen Ausstellung „Sonne, Mond und Sterne“ werden die Besucher durch die 150 Meter lange Standseilbahn vom vorgelagerten Wiegeturm aus auf die oberste Ebene der Mischanlage transportiert. Von dort geht es abwärts durch die drei großen Themenbereiche: Vorabend des Krieges, Krieg und Nachkriegszeit. Im Rahmen einer Pressevorbesichtigung und der abendlichen Eröffnungsveranstaltung hatte ich gleich zwei Mal an einem Tag die Möglichkeit, die Ausstellung zu durchlaufen und Fotos zu machen. Aber auch diese beiden Durchgänge haben längst nicht ausgereicht, alle 2500 Exponate zu betrachten und alle Unterthemen aufzunehmen.

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel

Utopien, Aufbruchstimmung, Wohlstand und Fortschritt, neue Verkehrsmittel, die Gesellschaft des Kaiserreichs mit ihren neuen Konsum- und Freizeitmöglichkeiten werden für die Vorkriegszeit ebenso beleuchtet wie die weltweiten Verflechtungen der großen Konzerne und Kartelle, Kunst und Wissenschaft im Industrieraum und die erstarkende Arbeiterbewegung.

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel

Auf  der spektakulären mittleren Bunkerebene geht es um das Ruhrgebiet als Waffenschmiede des Deutschen Reiches, um die die Industrialisierung des Krieges, die Fronterfahrungen von Soldaten, aber auch um Propaganda, Kriegsverbrechen und Heldenverehrung. Auf der untersten Ebene werden die Kriegsfolgen und Nachkriegswirren dargestellt, die Revolution, der Ruhrkampf. Es folgt ein buntes Panorama der Zwischenkriegszeit an Rhein und Ruhr.

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel

Die sehr komplexe Ausstellung bietet dem Besucher eine enorme Fülle an Themen und Details. Entsprechend stark fordert sie aber auch seine Aufnahmefähigkeit. Zum Glück gibt es einen hervorragenden Katalog, der mir sehr geholfen hat, den Überblick zu wahren und die Zusammenhänge zu verstehen.

Verabschiedet werden die Besucher von großformatigen Fotos, auf denen sich die Gewalt und Zerstörung im Nationalsozialismus und im 2. Weltkrieg ankündigen.

Ausstellung "1914 Mitten in Europa - Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg" © Michael Kneffel

Ausstellung „1914 Mitten in Europa – Die Rhein-Ruhrregion und der Erste Weltkrieg“ © Michael Kneffel